Stresshormone

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die Cortisolkonzentration (Stresshormon) bei Pferden und auch anderen Tieren einem Tagesrhythmus folgt. Die Konzentration ist am Morgen am höchsten und fällt gegen Abend ab. Auf äußere Reize, wie zum Beispiel Stress, reagiert der Organismus mit einer erhöhten Ausschüttung von Cortisol. Auch andere Faktoren, wie Änderungen im Tagesablauf (z.B. Start der Weidesaison), Änderung der Gruppenzusammenstellung, Training als auch tiermedizinische Eingriffe können die Cortisolkonzentration vorübergehend beeinflussen. Während der Zuchtsaison konnte zudem eine Erhöhung der Cortisolkonzentration bei Hengsten festgestellt werden. Nach Habituation oder Entfernung des Stressors normalisiert sich die Cortisolkonzentration meistens innerhalb kürzester Zeit. (Aurich et al., 2015).

All diese Faktoren sollten bei der Interpretation von Cortisolmessungen berücksichtigt werden. Stresshormone

Cortisol ist ein Hormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird und für den Organismus überlebenswichtig ist. Stress stimuliert den Hypothalamus (Abschnitt des Zwischenhirns) bestimmte Stoffe auszusenden, die die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) dazu veranlassen, ACTH (Adrenocorticotrope Hormone) auszuschütten. ACTH regt wiederum die Nebennieren an körpereigenes Cortisol abzugeben (Reece et al., 2011). Dieser Regelkreis wird als Stress-Achse oder auch Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (kurz: HPA - Hypothalamic Pituitary Adrenal Axis) bezeichnet.

Generell weist die stressgebundene Ausschüttung von Cortisol eine große individuelle Variabilität auf, da individuelle Faktoren des Tieres (Rasse, Alter, Geschlecht, genetische Veranlagung) die endokrinen Veränderungen beeinflussen (May, 2007).

 

Bild: Schematische Dartsellung der Stress-Achse oder auch Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA)

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